Gin mit Gewürzen verfeinern

Gin ist nicht gleich Gin, dies erfährt spätestens, wer seinen Sommerurlaub in Portugal oder Spanien verbringt. Hier wird nicht nur das klassische Highball-Glas gegen ein rundes Coppa-Glas eingetauscht und auf die Gurkenscheibe verzichtet, es kommen auch eine Reihe neuer Aromen hinzu. Die Zugabe sogenannter Botanicals kann eine neue Geschmackserfahrung ins Glas bringen. Diese sagt nicht jedem Gin-Kenner zu, beschert dem Kultgetränk aber gleichzeitig auch neue Freunde.

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Gin und seine Basisgewürze

Lässt man sich einen klassischen Gin auf der Zunge zergehen, werden die verwendeten Basisgewürze deutlich. Kein Gin kommt ohne Wacholder aus. Dies lässt die Abstammung des Gins vom holländischen Genever erkennen. Der süßliche Wacholder bekommt nach der Verarbeitung eine herbe und bitterliche Note, welche den Gin ausmacht.

Durch seine Frische und Schärfe gibt Koriander Gin seinen Charakter. Koriander intensiviert das Aroma der Zitrusfrüchte. Nebenbei macht Koriander Gin zu einem magenfreundlichen Getränk. Das Engelsgewürz Angelika hält die Aromen im Gin länger gefangen und ist ebenfalls als verdauungsförderndes Kraut bekannt.

Wie lässt sich Gin mit Gewürzen verfeinern?

Die Wacholder-Note des Gins stand nicht immer im Vordergrund. Wie die Experten von saufberater.io berichten, wurde bereits vor mehr als 100 Jahren Gin mit verschiedenen Zutaten verfeinert. Besonders beliebt waren Zitrusnoten. Um Gin eine ganz besondere Note zu verleihen, werden sogenannte Botanicals verwendet. Dabei handelt es sich um verschiedene Gewürze, welche in mit Kork verschlossenen Gläsern verpackt auch eine hübsche Geschenkidee darstellen.

Einige typische Botanicals:

Die Gewürze sind zum Teil auch im Supermarkt erhältlich. Dies trifft auf Nelken, Rosmarin oder Fenchel zu. Wer seinem Gin exotische Nuancen von Hibiskus oder Rosa Pfeffer zufügen möchte, wird es schon schwerer haben und daher bevorzugt auf die fertigen Sets zurückgreifen.

Welcher Gin eignet sich für die Abrundung mit Gewürzen?

Eigentlich ist das Prinzip der Botanicals mit jedem Gin umzusetzen. Die Idee dahinter ist simpel. Durch den Alkohol wird den zugesetzten Gewürzen nach und nach das Aroma entzogen. Beim Trinken spüren wir die Aromen dagegen deutlich. Dabei kann sich der Geschmack des ursprünglichen Gins derart verändern, dass letztlich die Botanicals dominieren.

Es wird empfohlen, einen soliden Gin zu verwenden. So ist ein Tanqueray London Dry Gin eine gute Wahl. Um sich an die Verfeinerung des Gin heranzutasten, sollte zunächst lediglich mit einem Gewürz gearbeitet werden. Viele Gin-Liebhaber mögen eine dezente Abrundung, aber nicht die komplette Verfälschung des Getränks.

Wie gelangen die Gewürze in den Gin?

Hierbei gilt es, etwas zu experimentieren. Die Aromastoffe entfalten sich besser, wenn die Gewürze vor der Verwendung leicht angedrückt werden. Dies hat sich zum Beispiel bei Kardamom bewährt. Ob und wie schnell das Aroma der Gewürze auf den Gin übergeht, ist auch von der Temperatur des Getränks abhängig. Wacholder oder Koriander geben ihre Aromen bei etwa 20 Grad ab. Das für seine an Oregano erinnernde Note bekannte Carvacrol benötigt dagegen Temperaturen um 40 Grad. Auch Thymian benötigt eher höhere Temperaturen.

Daher haben viele Anwender nicht schlecht gestaunt, als sie die Botanicals auf ein mit Eis gefülltes Glas Gin gaben und sich der Geschmack zunächst nicht veränderte. Besitzt der Gin die richtige Temperatur, dauert es etwa fünf bis zehn Minuten, bis die Gewürze aus dem Glas genommen und Eis dazu gegeben werden kann. Wer möchte, kann die Botanicals auch zur Dekoration im Glas belassen. Geschmacklich ist vieles möglich. Wie so oft zählen allein die persönlichen Vorlieben.

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