Whiskey destillieren ist eine Kunst für sich

Whiskey ist nicht nur ein leckeres Getränk, für die Herstellung eines hochwertigen Whisky muss der Blend Master einiges beachten. Aber nicht jeder Whiskey ist mit anderen Sorten gemischt (blended whisky), einige dieser edlen Brände sind durch ein spezielles Verfahren destilliert worden, welches ausschließlich aus einer Maische besteht. Man spricht in diesem Fall von einem Singlemalt Whiskey. Zwischen dem Mälzen und dem Gären eines Whiskeys liegt der Prozess des Maischens.

Wie erhält der Whiskey seinen guten Geschmack?

Grundsätzlich gärt ein hochwertiger Whisky über viele Jahre in Eichenfässern oder auch in Stahltanks. Damit der Whiskey jedoch seinen unvergleichlichen Geschmack erhalten kann, wird in jedem Fall Holz benötigt. Aus hygienischen Gründen bevorzugen einige Whiskey-Destillerien Stahltanks und geben während des Reife-Prozesses kleine Holzteile in den gärenden Whiskey. Nicht nur den hervorragenden und unverwechselbaren Geschmack erhält der Malz-Brand aus dem Holz, auch die typische Farbe stammt vom Eichenholz.

Viele Destillerien kaufen Sherryfässer im großen Stil auf und lagern in diesen dann über mehrere Jahre den frisch gebrannten Whiskey, der zu diesem Zeitpunkt auf den ersten Blick weder in seinem Aussehen noch in seinem Geschmack an das fertige Endprodukt erinnert. Wurde in einem Eichenfass zum Beispiel über einen Zeitraum von 50 Jahren bereits Sherry gegoren, sind die Aromen bis tief in das harte Holz eingedrungen. Durch den Alkoholgehalt im Holz des Fasses entstehen dort die sogenannten Fuselstoffe, die jedoch außer ihrem Namen nichts gemein haben mit einem „Fusel“, also einem umgangssprachlich minderwertigen Branntweinerzeugnis.

Diese speziellen Stoffe in der Wand eines Whiskeyfasses sorgen zusätzlich für einen erlesenen Geschmack und können in neuen Fässern, in denen noch nie Alkohol gelagert wurde, nicht vorhanden sein.

Singlemalt Whisky und Blended Whiskey: Das sind die Unterschiede

Bei einem Markenwhiskey besteht die Kunst des Destillierens darin, den Geschmack des Getränks stets gleich beizubehalten. Bei einem Singlemalt Whisky werden außer den Ausgangsprodukten keine weiteren geschmacksverändernden Stoffe beigegeben. Grundsätzlich kann Whiskey aus ganz verschiedenen Getreideprodukten hergestellt werden. Unter der Bezeichnung Bourbon Whisky versteht man ein Destillat aus Mais, wobei der Maisanteil bei mindestens 51 Prozent liegen muss. Liegt der Anteil an gemaischtem Mais sogar bei 80 Prozent oder mehr, wird von einem Corn Whiskey gesprochen. Wurde für die Produktion des Whiskys ausschließlich gemälzte Gerste verwendet, nennt man diese Variante einen Malt Whisky. Auf dieser Seite gibt es noch mehr Informationen zu Singlemalt Whiskey.

Beim Blended Whiskey ist es nun so, dass nach dem abgeschlossenen Brennvorgang andere Whiskysorten beigemischt werden können, um einen möglichst individuellen Whiskeygeschmack zu erzeugen. An dieser Stelle teilen sich die Gemüter. Während einige Menschen darauf schwören, dass nur Singlemalt Whisky ein wahrer Whiskey wäre, ist der Beruf des Blended Masters nicht nur überaus gut bezahlt, sondern auch in manchen Kreisen als eine Form der Kunst angesehen. Beim Prozess des „Blendens“ werden die unterschiedlichen Whiskeyaromen vermengt, es kommen jedoch für die Mischung ausschließlich andere Whiskysorten zum Einsatz.

Auf keinem Fall dürfen an dieser Stelle Zuckerwasser, Wein– oder Sherrysorten oder aber andere Alkoholika beigemengt werden, denn dann dürfte das alkoholische Getränk nicht mehr als „Whisky“ verkauft werden.

Whisky oder Whiskey – Was ist denn nun der wahre Brand?

Scotch Whisky stammt, wie der Name es bereits vermuten lässt, aus Schottland. Schon früh haben jedoch auch in Irland Menschen damit begonnen, das beliebte und stark alkoholhaltige Destillat nachzuahmen. Um sich von ihren schottischen Nachbarn abzuheben, fügten die Iren dem Namen noch ein „e“ bei, aus Whisky wurde Whiskey. Auch die amerikanischen Whiskeysorten schreiben sich in vielen Fällen mit einem zusätzlichen „e“.

Über die Qualität des Destillats sagt die Schreibweise jedoch rein gar nichts aus! Wichtig für einen hochwertigen Whisky ist vielmehr die richtige Lagerung, bei der in jedem Fall Holz im Spiel sein muss. Reift ein Whiskey im traditionellen Eichenfass mindestens 12 Jahre lang, wird er als ein hochwertiger Whisky eingestuft. Der Whiskey im Discounter hat manchmal nur acht Jahre lang Zeit, im Fass zu reifen. In einem Fass aus Stahl kann ein guter Whiskey ebenfalls seinen vollen Geschmack entfalten, wenn Eichenholzscheiben beigegeben werden.

Im Deutschen wird Whisky formal korrekt ohne das begleitende „e“ geschrieben, jedoch ist dieses ein fester Bestandteil vieler Markennamen bei Whiskey.

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