Tee – der köstliche Geschmack steht und fällt mit der Zubereitungsart

Die traditionelle Teatime kennen wir vor allem aus England, sie gehört für zahlreiche Briten zum täglichen Standard. 70 Prozent von ihnen sind Teetrinker, sie genießen täglich geschätzt rund 100 Millionen Tassen des geliebten Heißgetränkes. Milch gehört für 98 Prozent unbedingt hinein. Auch in Deutschland stieg der Teekonsum in den letzten Jahren deutlich an. Er erreichte 2019 mit einem Pro-Kopf-Konsum von 68 Litern jährlich ein neues Hoch. Neben der Teesorte spielt die Zubereitungsart die größte Rolle, um den vollen, köstlichen Geschmack zu erleben.

Beliebteste Teesorten

Tee erfüllt äußerst unterschiedliche Ansprüche: Je nach Sorte lindert er gesundheitliche Beschwerde wie Husten oder Blasenprobleme. Darüber hinaus schmeckt das Heißgetränk und kann zudem mit einer beruhigenden sowie entspannenden Wirkung einhergehen. Großer Beliebtheit erfreuen sich bei uns beispielsweise:

  • Kräutertee, allen voran Kamille
  • grüner Tee
  • schwarzer Tee
  • Früchtetee

Leidenschaftliche Teeliebhaber geben sich in der Regel nicht mit einem Fertigprodukt im Beutel zufrieden. Für sie stellen die sorgsame Zubereitung und der Genuss eines dampfenden, heißen Tees eine Lebensphilosophie dar. Je nach Herkunftsland unterscheiden sich die Teesorten und -mischungen sowie deren traditionelle Zubereitung.

Türkische Teekultur

Die Teezeremonie ist ein wichtiger Bestandteil der türkischen Kultur. Teehäuser gibt es nahezu an jeder Straßenecke, wobei sich die Einheimischen fast ganzjährig und zu jeder Uhrzeit an dem Heißgetränk erfreuen. Am weitesten verbreitet ist schwarzer Tee, der in einer – uns etwas seltsam erscheinenden – Doppelkanne zubereitet wird. Exakt handelt es sich um zwei unterschiedlich große Teekannen, die aufeinander gestellt werden. Damit sich das spezielle Aroma perfekt entfaltet, ist folgende Zubereitungsart erforderlich:

  • in der größeren, unteren Kanne wird das Wasser zum Kochen gebracht
  • auf dieser wird die kleinere Kanne, die mit angefeuchteten Teeblättern und einer geringen Menge an warmen Wasser gefüllt wird, aufgesetzt
  • kocht das Wasser, gießt man es in die obere Teekanne
  • nach rund 20 Minuten kann der Tee serviert werden

Die Stärke des Heißgetränkes lässt sich individuell variieren, je nach der Wassermenge, die über die Teeblätter gegossen wird. Getrunken wird es aus kleinen, schmalen Gläsern, die meist attraktive Verzierungen aufweisen. Unüblich ist es, den Tee mit Milch oder Sahne zu bereichern.

Allgemeine Zubereitungsempfehlungen

Wer seinen Tee auf die einfache, klassische Art und Weise aus Blättern zubereitet, nutzt zum Erhitzen des Wassers entweder den guten alten Kessel, einen Topf oder elektrischen Wasserkocher. Es sollte möglichst weich und frisch sein. Die meisten schwarzen Tees bereitet man am besten mit sprudelnd kochendem Wasser zu. Je nach Sorte wird ein Liter für zehn bis 15 Gramm Teeblätter benötigt. Lässt man ihn nur etwa drei Minuten ziehen, wirkt er anregend, nach einer längeren Ziehzeit beruhigend.

Bei grünem Tee reicht eine Wassertemperatur von 60 bis 90 Grad Celsius aus. Qualitätsvolle Sorten können weniger heiß überbrüht werden als einfachere Grüntees. Die Dosierung beträgt circa achte bis zwölf Gramm Teeblätter pro Liter Wasser. Für herbere Varianten genügen 60 Sekungen bis zwei Minuten zum Ziehen, ansonsten sollten drei bis fünf Minuten eingeplant werden. Hochwertige Grünteeblätter lassen sich bis zu dreimal zum Aufgießen verwenden.

Für weißen Tee sollte die Wassertemperatur von 80 Grad Celsius nicht überschritten werden. Bestenfalls liegt sie bei 70 bis 75 Grad Celsius. Ein gutes Aroma ergeben circa zehn Gramm Teeblätter in Verbindung mit einem Liter Wasser. Je nach persönlichem Geschmack ist eine Ziehzeit von 60 Sekunden bis fünf Minuten anzusetzen. Für die Kräuter- sowie Früchtetee-Zubereitung überbrüht man etwa 10 Gramm Blätter mit einem Liter Wasser. Nach acht bis zehn Minuten kann der Tee serviert werden.

Teebeutel vs. lose Blätter

Die pauschale Aussage, dass Teebeutel schlechter sind als lose Blätter, lässt sich nicht treffen. Beide Alternativen gibt es sowohl in bester als auch minderwertiger Qualität. Viele Teebeutel, insbesondere die preiswerteren, gängigen Produkte, gehören jedoch in der Regel nicht zu den Spitzentees. Bevor man seine Auswahl trifft, sollte die Inhaltsangabe auf der Packung unter die Lupe genommen werden. Bei Früchte-, Kräuter- und Gewürztees stehen Verbraucher häufig vor der Problematik, dass nicht klar erkennbar ist, ob es sich ausschließlich um Aromastoffe handelt. Gleiches gilt für die beinhaltete Menge, zum Beispiel bei Gingseng- oder Lavendeltee.

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