Biofleisch – so viel besser?

Angesichts hoher Preise Supermarkt für Biofleisch fragen sich viele Kunden, woher der Preis stammt und ob dieser gerechtfertigt ist. Schließlich wissen viele Menschen überhaupt nicht, welch große Unterschiede zwischen Biofleisch und Fleisch aus Massentierhaltung vorhanden sind. In diesem Artikel wollen wir auf diese Fragen eingehen und beleuchten, warum Biofleisch so teuer ist.

Biofleisch

Unterschiede zwischen Bio-Fleisch und herkömmlicher Landwirtschaft

Zwischen der Herstellung (bereits das hört sich ja eigentlich komisch an) von Biofleisch und konventioneller Zucht gibt es einige gravierende Unterschiede. Nachfolgend die wichtigsten:

Kontrollierte Futtermittel , fast keine Medikamente

Tiere in Bio-Betrieben werden strengstens kontrolliert. Die Futtermittel dürfen keine gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten. Synthetische Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel sind ebenso verboten, wie wachstumsfördernde Stoffe  (genauer: Hormone) oder Medikamente zur Stimulation des Wachstums. Schweine zum Beispiel dürfen in ihrem ganzen Leben maximal dreimal mit Antibiotika behandelt werden, wobei ein Notfall vorliegen muss und die Hürden recht hoch sind. Andernfalls darf das Schweinefleisch nicht mehr als Bio-Fleisch verkauft werden.

Das bedeutet für die Tierhaltung, dass der Züchter ein hohes fachspezifisches Wissen haben und möglichen Krankheiten durch eine artgerechte Haltung vorbeugen muss. Dazu gehören dann automatisch hochwertiges Futter und ausreichend Bewegung für das Tier. Sind die Tiere tatsächlich krank, so müssen Sie mit homöopathischen und / oder pflanzlichen Arzneimitteln behandelt werden.

Die richtige Fütterung

Richtige Fütterung bedeutet im Optimalfall, dass alle Futtermittel aus dem eigenen rein biologischen Anbau stammen. Sofern dies nicht möglich ist, sollte aus regionalem und biologischem Anbau dazu gekauft werden. Umgekehrt bedeutet dies, dass gentechnisch veränderte Futtermittel, die zum Teil noch oft mit Pestiziden belastet sind, verpönt sind.

Artgerechte Haltung

Extrem wichtig für die Tiere auf einem Biohof ist die artgerechte Tierhaltung. Dazu gehören reichlich Auslauf im Freien, mit Frischluft, Tageslicht und Frischwasser. Für Rinder sind grüne Wiesen optimal, für Schweine die Möglichkeit zum Wühlen und Suhlen.

Auf einem Biohof stehen immer Tiere im Vordergrund. Sie werden nicht sofort geschlachtet, sondern führen ein längeres und gesundes Leben ohne Leiden.

Ferkel im Schweinestall

Schönes Leben und stressfreies Schlachten

Tiere, die am Ende ihres Lebens für Biofleisch herhalten müssen, leben völlig anders, als Tiere in der Massentierhaltung. Käfighaltung ist tabu und Bio Ferkel zum Beispiel werden nicht nur rund zwei Monate lang gesäugt sondern kommen auch in einer natürlichen Umgebung auf Stroh zur Welt. Während ihres Lebens werden die Tiere nicht misshandelt (Schweinen wird zum Beispiel auf der Schwanz gekürzt). Stattdessen genießen sie ein schönes Leben.

Wenn die Tiere zur Schlachtung müssen, dann sind sie meist deutlich älter, als ihre Artgenossen aus der Massentierhaltung. Bei der Schlachtung und beim vorherigen Transport wird darauf geachtet, dass die Tiere weder Schmerz, noch Angst und Stress ausgesetzt sind. Somit sind Treibhilfen, die den Tieren Stromschläge versetzen, sowie auch Schläge nicht erlaubt.

Herkunftsnachweise

Im Gegensatz zur konventionellen Fleischerzeugung lässt sich die gesamte Produktions- und Lieferkette zurückverfolgen. Während herkömmliches Fleisch nur über einen Herkunftsnachweis verfügen muss (intensive Mast) oder (bei extensiver Mast) bis zur Mastgruppe zurückverfolgbar sein muss, gibt es beim Biofleisch eine lückenlose Dokumentation. Der Ort der Erzeugung, der Ort der Schlachtung und Zerlegung, sowie der Abpackungsort müssen zurückverfolgbar sein.

Ist Biofleisch gesund und besser?

Die Qualität von Biofleisch ist besser. Auch wenn Fleisch aus Massentierhaltung ähnlich saftig und aromatisch ist, sind doch Unterschiede bemerkbar. Der Fettgehalt von Biofleisch ist besser, insbesondere im Bio Rindfleisch finden sich mehr wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Da Fett im Fleisch ein wichtiger Geschmacksträger ist, was man zum Beispiel auch an Burger Patties und Hackfleisch erkennen kann, liegt Biofleisch klar geschmacklich vorne. Darüber hinaus ist erwiesen, dass sich Stress bei Transport und Schlachtung negativ auf die Fleischqualität auswirken kann.

Die meisten Spitzenköche bevorzugen daher aus geschmacklichen Gründen Biofleisch. Regional produziertes Fleisch mit kurzen Transportwegen und die Fleischverarbeitung vor Ort, z.B. mit dem Fleischwolf in der Küche halten dabei die Qualität durchgehend hoch.

Neben dem fleischlichen Aspekt sollten wir auch über das Tier wohl nachdenken. Insbesondere beim Biofleisch werden ökologische und ethische Aspekte berücksichtigt; der Tierschutz hat einen hohen Stellenwert.

1 Antwort
  1. Hanna Adams
    Hanna Adams sagte:

    Danke für die Infos zu Biofleisch. Die Fleischerei bei uns um die Ecke hat sich vergrößert und sich auf Bio-Fleisch orientiert. Jetzt planen sie neue Kühlräume, weil der Bedarf so groß ist. Gut zu wissen, das Bio-Fleisch nicht nur geschmacklich besser ist, sondern auch ökologische und ethische Vorteile hat.

    Antworten

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